ÜBER UNS

HILFE, HOFFNUNG, NEUBEGINN

Jeder Mensch kann neu beginnen. Mit dieser Überzeugung leben wir in der Gemeinschaft Cenacolo. Zu uns kommen junge Leute, die durch Drogen, Alkohol, Medien oder andere Abhängigkeiten den Halt im Leben verloren haben. Viele tragen Enttäuschungen, Einsamkeit oder seelische Verletzungen mit sich. Manche haben Therapien hinter sich, andere wissen einfach nicht mehr weiter.

Unser Alltag

Bei uns beginnt der Weg nicht mit Medikamenten oder komplizierten Programmen, sondern damit, das Leben gemeinsam neu zu gestalten.

Wir leben zusammen, arbeiten zusammen, essen zusammen und tragen Verantwortung füreinander. Wir kochen, reden, lachen, spielen Schach oder Fußball und verbringen unsere Freizeit gemeinsam. In der Küche, in der Werkstatt, beim Holzmachen oder beim Versorgen der Tiere geht es nicht nur um das, was wir schaffen oder herstellen. Hier wachsen Vertrauen, Selbstvertrauen und neue Zuversicht. Wer sein Leben wieder aufbauen möchte, beginnt damit, die Ärmel hochzukrempeln. Schritt für Schritt entsteht dabei etwas, das kein anderer für ihn tun kann: die Erfahrung, wieder gebraucht zu werden und aus eigener Kraft etwas schaffen zu können.

Besonders wichtig ist uns das Miteinander. Niemand geht seinen Weg allein. Jeder Neuankömmling wird von einem anderen begleitet, der selbst einmal am gleichen Punkt stand. Er kennt die Ängste, die Zweifel und die Versuchungen – und gerade deshalb kann er helfen. Hier triffst du auf Menschen, die denselben „Röntgenblick“ für die Lüge haben wie du selbst, weil sie denselben Weg gegangen sind. Man kann sich nicht verstecken – und genau das ist im ersten Moment unbequem. Doch gerade darin liegt eine große Heilung: Du musst die tonnenschwere Last, die du so lange mit dir getragen hast, nicht mehr alleine tragen. Aus Fremden werden Freunde, aus einer Gruppe wird eine Familie.

Unser Glaube ist dabei keine Theorie. Er zeigt sich im täglichen Leben: im gemeinsamen Gebet, in der Dankbarkeit, im Vertrauen und in der Hoffnung, dass Veränderung möglich ist. Niemand muss vollkommen sein. Entscheidend ist die Bereitschaft, ehrlich zu werden und jeden Tag ein Stück weiterzugehen.

Internationale Gemeinschaft

Gegründet wurde die Gemeinschaft 1983 von Rita Agnes Petrozzi, die als Mutter Elvira bekannt wurde. Aus einem alten, verfallenen Haus in Italien ist eine internationale Gemeinschaft entstanden, in der Menschen verschiedener Nationen und Kulturen zusammenleben. Auch unser Haus in Kleinfrauenhaid ist Teil dieser großen Familie. Heute gehören zur Gemeinschaft Cenacolo mehr als 60 Häuser auf mehreren Kontinenten. Dort leben rund 2.000 junge Menschen – in eigenen Häusern für Burschen, Mädchen bzw. Familien. In den Missionshäusern in Lateinamerika und Afrika finden zudem verlassene Straßenkinder ein Zuhause und neue Hoffnung. Das Mutterhaus der Gemeinschaft befindet sich in Saluzzo in Italien. Unser Haus in Kleinfrauenhaid ist das einzige Cenacolo-Haus im deutschsprachigen Raum und begleitet junge Männer auf ihrem Weg in ein neues Leben.

Vorsehung

Wir leben seit über vierzig Jahren ganz bewusst von der Vorsehung. Wir gehen nicht in den Supermarkt. Nachbarn bringen uns eine Fuhre Heu, ein Bauer zeigt uns, wie ein Kalb zur Welt kommt, andere schenken uns Mehl oder Zucker. Viele Menschen unterstützen unsere Arbeit mit dem, was sie schenken können – Lebensmittel, Kleidung, Material oder ihre Zeit. Dafür sind wir von Herzen dankbar.

Den Menschen hinter der Sucht sehen

Unser Ziel ist nicht nur, von einer Sucht frei zu werden. Unser Ziel ist es, dass Menschen ihre Lebensfreude neu entdecken, Verantwortung übernehmen und mit beiden Beinen fest im Leben stehen.

Mutter Elvira begann ihren Weg in einem einfachen, heruntergekommenen Haus in Saluzzo. Wo andere nur eine Bruchbude sahen, erkannte sie einen Ort voller Möglichkeiten. Genauso blickte sie auf die Menschen: Hinter jeder Sucht, hinter jeder Verletzung und hinter jedem Scheitern entdeckte sie einen wertvollen Menschen, der neu anfangen kann.